Sturm über Cura

cura11Die Leute, die sagen, dass es im Januar auf Mallorca sonniger sei, als im Februar haben recht.

24. Januar, Palma de Mallorca, 18 Grad, Sonne. Aber die Frisur sitzt nicht perfekt. Der Wind bläst vom Meer mit Überdruck. Sandsturm Stärke 10 an der Promenade. Der Radweg zwischen S´Arenal und Palma ist streckenweise wegen Überflutung gesperrt.

Der ideale Zeitpunkt, um mit dem Rennrad auf den nächstgelegenen Berg zu fahren. Mit fast unsportlichem Rückenwind nach Llucmajor, ähnlich entspannt nach Randa und dann den Berg hinauf zum Kloster Cura. Soweit, so normal. An machen Stellen Rückenwind, dann um die Kurve in den Gegenwind. Leider nur kurze Hose, kurzes Trikot, Windbreaker. Den habe ich

natürlich beim ersten Anstieg ausgezogen und mache meinen Weg. Erst die letzten 200 flachen Meter machen mich fertig. Eisiger Wind. Oben angekommen freue ich mich auf einen Café con lecce, den ich aber nicht bekomme, weil der Sturm einen entscheidenden kaffemaschinenspeisenden Strommast  weggehauen hat. Also halbkalte Cola und wieder raus in die Apocalypse.

Was mir der Sturm auf dem Hinweg gegeben hat, will er nun mit Zinsen zurück. Bergab mit Gegenwind geht ja noch. Aber bergab mit unberechenbaren, nach jeder Kurve wechselnden Seitenwindböen ist ein Thriller. Zumal, wenn man steif gefroren ist.

Ich fahre auf der Mittellinie, damit der Weg weit ist, zur Felswand oder zum Abgrund. Eigentlich clever. Wären da nicht die Autofahrer, die den Wind nicht sehen, nicht fühlen und auch nicht hören, weil sie hupen und fluchen, was denn der Scheißradler da mitten auf der Straße mache.

Bin heil angekommen in Randa und auch an der Playa de Palma, wo mir ein paar Sandkörner ins Weinglas wehen.


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